Der tierische Fitness Trend: Animal Movements

Training mit dem eigenen Körpergewicht (oder funktionelles Training) wird schon seit langem als insbesondere für Einsteiger empfehlenswertes Training beschrieben und erforscht. 

Jedes Fitnessstudio hat mittlerweile einen eigenen funktionellen Bereich oder bietet dieses Training in sonstigen Formen und Kursen an. Wer es einmal ausprobiert hat, wird feststellen, dass das Training mit dem eigenen Körpergewicht eine ganze Menge Vorteile bietet. Im Gegensatz zum klassischen Krafttraining mit überwiegend isolierten Übungen, werden hierbei mehrere Muskelgruppen und Gelenke gleichzeitig beansprucht. Der eigene Körper dient dabei als Widerstand. Mit geringem Aufwand kann quasi überall trainiert werden, da auch keine Geräte benötigt werden. Wobei das den Einsatz von Kleingeräten (bspw. Minibands, Hanteln, Sling Trainer) nicht ausschließt und durchaus sinnvoll ist, um Trainingsvariationen einzubauen und neue Reize für die Muskulatur zu setzen.  

Der ganzheitliche Ansatz des funktionellen Trainings zielt dabei auf die Vielseitigkeit der Bewegungen und Bewegungsausführungen ab. Die sportartübergreifende Trainingsform trainiert Kraft, Ausdauer, Koordination und Schnelligkeit- je nach Übungsauswahl- gleichermaßen. Es ist natürlich zu beachten, dass die Trainingseffekte unterschiedlich hoch sind – so ist bspw. Schnelligkeit nur schwierig steigerbar, während bei Ausdauer oder Kraft höhere Verbesserungen erzielbar werden. 

Als spielerische Form nicht nur bei Kindern beliebtes Bodyweight Training: Animal Athletics oder Animal Movement. Damit ist nicht der „Innere Schweinehund“ gemeint, sondern handelt es sich um ein Training, welches inspiriert von der Tierwelt und frühkindlichen Bewegungsmustern, eben genau diese Bewegungsformen nachahmt. Es geht um das Zusammenspiel und die Kombination aus verschiedensten Fähigkeiten, die von Natur aus eigentlich vorgesehen sind. So ist das tierische und kindliche Leben geprägt von Bewegung – bei den Tieren um zu überleben, zu jagen, einen Partner zu finden und an Nahrung zu kommen; beim Kleinkind um ein begehrtes Spielzeug zu ergattern oder endlich selber laufen zu lernen.  

Um die angeborenen Bewegungsfähigkeiten und die (eigentlich) stark ausgeprägte menschliche Bewegungsintelligenz wieder zu aktivieren und aus uns heraus zu kitzeln, bietet Animal Athletics eine große (mitunter lustige) Übungsvielfalt, die in verschiedenen Sequenzen hintereinander durchführbar sind.  

Die Übungen beinhalten bspw. krabbeln, hüpfen, rollen oder kriechen und versetzen den Trainierenden spielerisch in die Lage, verschiedenste Ebenen und Muskelketten zu aktivieren. Es werden dabei unterschiedlichste Gelenkstellungen eingenommen und Bewegungsmuster erlernt, die einen großen Effekt auf die gesamte Beweglichkeit haben. Wie beim Kleinkind, das übrigens instinktiv ein Profi in Sachen Bewegung ist, werden dreidimensionale, natürliche Bewegungsmuster nachgeahmt – in Rücken-, Bauch- und Seitenlage, kniend, stehend oder im Vierfüsslerstand. Innerhalb dieser Grundbewegungen bieten sich unendlich viele Variationsmöglichkeiten an. Im Wechsel und Übergang der einzelnen Bewegungen entfaltet sich großes Lernpotential. Der Körper muss kontrolliert und differenziert die komplexen Abläufe steuern, die Tiefenmuskulatur und das Propriozeptive System (Wahrnehmung von Gelenkstellung, Muskelspannung, Bewegungsrichtung und Körperlage im Raum) werden beansprucht und trainiert. Hierdurch wird u. a. implizit echte Unfallprävention angelernt – auch für die Sportausübung selbst. 

Die Übungen (Animal Moves) haben tierische Namen und heißen bspw. Krabbe, Tiger, Känguru oder Hase. Je komplexer und länger die Übungen durchführt werden, desto anstrengender werden sie natürlich. Um das Training noch positiver zu gestalten und einen weiteren Gesundheitsgewinn herbeizuführen, sollten die Trainingseinheiten optimalerweise  draußen stattfinden.  Das Licht wirkt positiv auf die körpereigene Vitamin D-Produktion und die frische Luft gibt einen zusätzlichen Sauerstoff-Energiekick. Das macht nicht nur das Immunsystem stark, sondern klärt auch den Verstand und Geist. Aber Achtung: Nicht an vielbefahrenen Straßen oder sonstigen CO2-belasteten Orten Sport treiben! Und auch bei schlechtem Wetter kann der Weg vom Arbeitszimmer ins Wohnzimmer auch einfach mal als Krabbe zurückgelegt werden – Deine Partnerin oder Dein Partner oder die Kinder werden sich freuen. 

Funktionelles Training, Bodyweight-Training, Animal Moves haben positive Effekte auf: 

  • Mobilität und Flexibilität 
  • Kraft 
  • Stabilität 
  • Koordination und Beweglichkeit 
  • Ausdauer 
  • Körperwahrnehmung und Körperbewusstsein 

Durch die recht hohe Gelenkbelastung ist das Training für Menschen mit starkem Übergewicht, orthopädischen oder koronaren Problemen nur eingeschränkt zu empfehlen. Hier ist ein isoliertes Krafttraining sicher besser geeignet. Wie bei allen sportlichen Belastungen, solltest Du vor dem Beginn eines Trainings (vor allem bei langer Abstinenz und/oder Einschränkungen) einen allgemeinen medizinischen Gesundheits-Check bei Ihrem Hausarzt durchführen. 

Anwendungstipps: 

https://www.vibss.de/fileadmin/Medienablage/Sportpraxis/PH_Fachartikel_Stundenbeispiele/PH_FACHARTIKEL_02-2018_Animal_Movement_Exercises.pdf

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