Mit (Kraft)Sport stark gegen Osteoporose

Viele haben von Osteoporose schon mal gehört. Doch was ist Osteoporose eigentlich genau und welche Rolle spielen Sport und Bewegung bei ihrer Vermeidung?

In der Leitlinie des Dachverbandes Osteologie e. V. (DVO) wird Osteoporose beschrieben als eine „systemische Skeletterkrankung, die durch eine niedrige Knochenmasse und eine mikroarchitektonische Verschlechterung des Knochengewebes charakterisiert ist, mit einem konsekutiven Anstieg der Knochenfragilität und der Neigung zu Frakturen“ (Leitlinie des Dachverbandes Osteologie e. V, S. 18).

Ursache: Ihren Hintergrund hat die geringere Knochenmasse und Veränderung des Knochengewebes in einer Störung des Knochenstoffwechsels. In seiner Funktion sorgt der Knochenstoffwechsel dafür, dass unser Knochenmaterial kontinuierlich erneuert wird. Vorweg: Genau hier liegt ein entscheidender Faktor, wie Sport und Bewegung zur Prävention von Osteoporose beitragen kann. Während dieses Knochenstoffwechsels wird ständig altes Knochenmaterial abgebaut und wiederum neues Knochenmaterial aufgebaut. Mit zunehmendem Alter oder auch im Zuge bestimmter Risikofaktoren und Lebensgewohnheiten führt es dazu, dass im Rahmen des natürlichen Knochenumbaus mehr Knochenmaterial abgebaut und nicht genügen neues aufgebaut wird. Infolgedessen reduziert sich die Festigkeit und Stabilität des Knochens, Osteoporose entsteht und damit einhergehend steigt das Risiko einer Knochenfraktur.

Risikofaktoren und Lebensgewohnheiten

Steigendes Lebensalter: Durch Veränderungen im Knochenstoffwechsel kommt es ab etwa dem 50. Lebensjahr zu einem Rückgang der Knochendichte und Anstieg der Knochenfragilität.

Weibliches Geschlecht: Es ist unlängst belegt, dass Frauen ein höheres Risiko für Osteoporose bedingte Frakturen aufweisen. Ursachen liegen hierbei u.a. in hormonellen Veränderungen im Zuge der Postmenopause. Etwa 30 % aller Frauen entwickeln nach der Menopause eine klinisch relevante Osteoporose.

Geringes Körpergewicht: Personen mit einem Body-Mass-Index von unter 20 gelten als untergewichtig. Dieses geringe Körpergewicht führt langfristig zu einer geringeren Knochendichte und ist mit einem erhöhtem Frakturrisiko assoziiert.

Vitamin-D- und Kalziummangel: Eine Unterversorgung an Vitamin-D und Kalzium kann zu einem erhöhten Osteoporose-Risiko führen. Eine Supplementierung von Vitamin-D und Kalzium ist bei einer gesunden Ernährungsweise jedoch meist nicht notwendig und konnte auch in wissenschaftlichen Studien nur marginale Veränderungen hervorbringen.

Suchtmittelkonsum: Starker Alkohol- und Tabakkonsum hat einen negativen Einfluss auf die Knochenstruktur. Insbesondere Nikotin gilt wissenschaftlich belegt als Risikofaktor.

Hintergrund: Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Relevanz für das Gesundheitssystem wurde Osteoporose von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf die Liste der zehn wichtigsten Erkrankungen gesetzt. Allein in Deutschland sind über sechs Millionen Menschen von Osteoporose betroffen. Auch wenn diese Erkrankung häufiger bei älteren Frauen auftritt, ist mit steigender Tendenz jede vierte Erkrankung bei einem Mann festzustellen. Dennoch ist die Messung der Knochendichte zur Früherkennung keine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Von einer solchen Knochendichtemessung ausgehend kann das Risiko bestimmt werden, in den folgenden zehn Jahren eine osteoporotische Fraktur zu erleiden. Doch neben einer entsprechenden Früherkennung lautet die gute Nachricht, dass sich man Osteoporose nicht nur vorbeugen, sondern ihren Verlauf sogar positiv beeinflussen kann.

Die Wirkung von sportlicher Aktivität auf unsere Knochen

Sportliche Aktivität fördert auch den Stoffwechsel unsere Knochen. Doch dabei ist nicht jede Sportart gleich gut geeignet, um der Osteoporose vorzubeugen. Bedeutsam sind hierbei die auftretenden Kraftbelastungen auf unser Knochensystem. Nur wenn wir unsere Knochen durch entsprechende Belastungen, wie z.B. durch Sprungbewegungen oder Stöße, fordern kommt es im Zuge des Knochenstoffwechsels zu einem verstärkten Aufbau des Knochenmaterials. Entsprechend passen sich unsere Knochen an die höheren Belastungen an, um besser geschützt zu sein. Sportarten wie beispielsweise Schwimmen, leichtes Walken oder Radfahren sind hierbei weniger gut geeignet, da die Belastungen auf die Knochen eher gering ausfallen. Geeigneter sind hingegen Ballsportarten oder Natursportarten wie Laufen, Reiten oder Ski fahren. Entscheidend sind dynamische, wechselnde Kraftimpulse auf den Knochen. Darüber hinaus fördern Outdoor-Sportarten bei ausreichendem Sonnenlicht zudem die Vitamin-D-Produktion der Haut und damit die Aufnahme von Kalzium im Knochen.

Als besonders wirksam erweist sich ebenfalls ein gerätegestütztes Krafttraining durch entsprechend hohe Krafteinwirkungen auf den Körper. Damit Verletzungen, Über- oder Fehlbelastungen vermieden werden, sollten sich unerfahrenere Personen an erfahrene Coaches wenden. Entsprechend Deiner Bedürfnisse und Trainingsziele wird mit Dir ein passender Trainingsaufbau besprochen und Du an die korrekten Bewegungsausführungen herangeführt. Doch auch wenn sich Krafttraining bei Osteoporose als sehr effektiv erwiesen hat, ist es wichtig, dass Du Freunde und Spaß am Sport hast. Probiere Dich aus und finden Deinen sportlichen Weg, um lange gesund und aktiv zu bleiben.

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