Mit Bewegung stark gegen Depressionen 

Psychischen Erkrankungen wie Depressionen nehmen immer weiter zu. Das bedeutet aber nicht, dass es diese Erkrankungen früher vielleicht nicht so häufig gab, sondern glücklicherweise auch, dass diese Erkrankungen heutzutage besser erkannt – und sich glücklicherweise auch zu ihnen bekannt werden. Nicht zuletzt, weil auch Prominente sich damit in die Öffentlichkeit wagen.

In Deutschland erleidet statistisch mit 17,1 % aller Erwachsenen fast jeder fünfte an einer depressiven Episode. Dabei sind Frauen etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer und ältere Menschen häufiger als jüngere. Menschen, die an einer Depression leiden, empfinden häufig eine gedrückte Stimmung, ein geringes Selbstwertgefühl und ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Mangelnde Lebensfreude und starke Antriebslosigkeit gehen häufig mit einem Interessensverlust an Aktivitäten und Hobbys sowie einem Rückzug aus sozialen Kontakten einher. Ein Baustein zum Weg aus dieser persönlichen Niedergeschlagenheit bieten sportliche Aktivitäten. Geprägt durch die negative Stimmungslage kommt es allerdings mit zunehmender Erkrankung ebenso zu Antriebslosigkeit und damit zu einer Reduzierung von sportlichen Aktivitäten: das gemeinsame Training wird abgesagt, die Laufschuhe bleiben im Regal und auch das Fitnessstudio wird nicht mehr aufgesucht.

Doch warum ist Sport und Bewegung zur Depressionsbehandlung und -prävention so wichtig?

Ein aktiver Lebensstil und regelmäßige Bewegung führen zu einer deutlichen Reduzierung des Risikos depressive Krankheitszeichen zu entwickeln. Die positiven Auswirkungen zur Reduzierung von depressiven Symptomen sind umfassend untersucht und bestätigt. Schon im Jahr 1976 konnten entsprechende Effekte nachgewiesen werden. Inzwischen existiert eine Vielzahl von Studien, die den Nutzen von Sport und Bewegung deutlich belegen und ihn teilweise mit einer medikamentösen Therapie vergleichen. Aus den Ergebnissen dieser Untersuchungen geht hervor, dass allein schon moderate Bewegung einen positiven Effekt zur Prävention von Depressionen hat. Wenn Du es schaffst, wöchentlich ein bis zwei Stunden aktiv zu sein, wird dies sogar ein Risiko zu einer Depression deutlich senken. Dabei muss es kein hochanspruchsvoller Sport sein. Viel wichtiger ist es, dass regelmäßig etwas für ein körperliches Wohlbefinden getan wird.

Neben diesen positiven Auswirkungen im präventiven Sinne kann Sport auch in einer akuten Phase einer depressiven Episode seinen Teil zu einer Besserung der Symptome und damit zur Genesung beitragen. Regelmäßiger Sport und Bewegung führt zu mehreren positiven Effekten, von denen Betroffene berichten. Unter anderem kann sportliche Aktivität dabei helfen, die Antriebslosigkeit zu überwinden, welche häufig mit einer Depression einhergeht, als auch eine bessere Tagesstruktur zu entwickeln. Laut einer umfassenden Studie zur Behandlung von Depressionen aus dem Jahr 2019, führt dreimal wöchentlich ausgeübter Sport mit jeweils 45 Minuten über einen Monat hinweg zu einer spürbaren Stimmungsverbesserung. Neben dieser Stimmungsverbesserung steigert sportliche Aktivität auch das Selbstwertgefühl, denn viele depressiv Erkrankte verlieren das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit. Doch wie wäre es, wenn man negativen Gedanken einfach davonlaufen könnte?

Vielen Menschen hilft es, sich beim Sport auszupowern, um den Kopf freizubekommen und so auch gleich negative Gedanken loszulassen. Danach schlafen sie nicht nur schneller ein, sondern haben durch die sportliche Aktivität auch einen besseren und tieferen Schlaf. Ausgeruht geht es mit neuer Energie in den in den nächsten Tag. Darüber hinaus kann Sport die Wiederaufnahme sozialer Kontakte fördern, da er häufig im sozialen Zusammenhang stattfindet.

Welche Sportarten eignen sich besonders?

Bei der Wahl der „richtigen“ Sportart zählt grundsätzlich, dass (erstmals oder wieder) Freude am Sport und der Bewegung vorliegt. Dabei ist es nicht wichtig, dass es besonders anstrengend ist oder man anderen etwas beweisen müsste. Das ist im Gesundheitssport grundsätzlich eine vernachlässigbare Motivation. Das oberste Ziel ist es mäßig, aber regelmäßig durch Sport und Bewegung etwas für die körperliche und psychische Gesundheit zu tun. Du hast Lust etwas Neues auszuprobieren? Mach‘ es! Alles ist richtig, solang Du dabei ein positives Empfinden hast und es Dir guttut. Falls Du dennoch nicht so recht weißt, womit Du anfangen möchtest, stellen wir hier eine kleine Auswahl passender Möglichkeiten vor.

Ausdauersportarten

Die positiven Auswirkungen auf Körper und Psyche vereinen alle Ausdauersportarten wie beispielsweise das Joggen, Radfahren oder Nordic Walking. Ausdauersport hilft dabei depressiven Symptomen vorzubeugen oder diese zu verringern. Dies geschieht dadurch, dass wenn das Herz-Kreislaufsystem in Schwung kommt, auch vermehrt Botenstoffe wie Noradrenalin und Serotonin ausgeschüttet werden. Diese sorgen für einen positiven Einfluss auf unser psychisches und physisches Empfinden, weswegen wir uns glücklicher fühlen. Dieses positive Gefühl stellt sich meist schon während des Sporttreibens ein und hat auch darüber hinaus positive Auswirkungen. Neben diesem positiven Gefühl, während und nach dem Sport, trägt die Überwindung der eigenen Antriebslosigkeit dazu bei, dass das Selbstwertgefühl gestärkt wird. Für diesen positiven Effekt reichen häufig schon erste kleine Schritte in die richtige Richtung, denn auch hierbei gilt das Motto „regelmäßig anstatt übermäßig“. Ein weiterer Gewinn von Sport an der frischen Luft ist, dass Du bei Sonnenschein obendrein noch Vitamin D tanken, dass stimmungsaufhellend wirkt.

Yoga

Als wissenschaftlich nahezu unumstritten gilt, dass Yoga einen positiven Einfluss zur Verringerung von Stress und Angst mit sich bringt. Entsprechend hat auch Yoga sich als eine effektive Möglichkeit zur Bekämpfung von psychischen Erkrankungen herausgestellt. Gerade in der Behandlung von Depressionen hat sich Yoga als äußerst wirksam erwiesen. Dabei scheint Yoga besonders Personen mit leichten Symptomen zu helfen, wohingegen bei einer stark ausgeprägten Depression Yoga nur noch weniger wirksam zu sein scheint. Damit positive Effekte spürbar werden, wird eine dreimalige Ausübung pro Woche empfohlen. Dabei ist es egal, für welche Art des Yoga man sich entscheidet. Die Art des Yogastils scheint Untersuchungen zufolge keinen entscheidenden Einfluss zu haben.

Yoga hast Du noch nie gemacht? Gar kein Problem, denn eine Teilnahme an einem Einsteigerkurs wird im präventiven Sinn durch die Krankenkassen finanziell unterstützt. Frag‘ doch mal bei einem örtlich naheliegendem Yoga-Studio nach, ob dieses einen entsprechenden Kurs anbietet. Meistens finden sich diese Informationen auch schon mit dem Stichwort „§20-Kurs“ auf den Homepages der Anbieter.

Therapeutisches Bogenschießen

Beim therapeutischen Bogenschießen geht es nicht darum, die Mitte einer Zielscheibe zu treffen. Es ist mehr als Prozess zu verstehen, das eigene Bewusstsein und die innere Ruhe wieder zu spüren. Bogenschießen vereint gezielt mehrere Aspekte, die insbesondere Menschen helfen, die unter psychischen Problemen leiden. Durch Anspannung und bewusstes Loslassen wird das Bewusstsein für den eigenen Körper geschult. Daneben hilft die Fokussierung auf ein bestimmtes Ziel störende Gedanken auszublenden und sich nur auf das Wesentliche zu konzentrieren. Viele empfinden beim Bogenschießen ein aufbauendes Gefühl, da sie sich auf diesem Wege wieder mit sich selbst beschäftigen und neue Gedanken entwickeln. Darüber hinaus macht Bogenschießen sehr viel Spaß, da Du nicht nur neue Menschen kennenlernen, sondern auch eine neue Sportart erlernen kannst. Entsprechende Angebote und Kurse sind in vielen Kliniken und Therapieeinrichtungen zu finden.

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