Portavit-Tipp Monat April

Rhabarber mehr als nur ein saures Gemüse?

Eigentlich ist Rhabarber ein Gemüse, doch wir verwenden ihn gerne wie Obst. Was es zu beachten gibt beim Kauf oder Anbau, beim Lagern oder Kochen, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Die Herkunft des Rhababers

Rhabarber ist eine mehrjährige Pflanze und wird zwischen ein und drei Meter hoch. Er hat dicke, kantige von grün ins rötliche wechselnde, faserige Stiele. Heute wird er in erster Linie als Gemüse, aber auch als Heilpflanze angebaut. Wir verarbeiten ihn jedoch eher wie Obst. Die Verwendung der Rhabarberwurzeln als Heilpflanze ist bereits seit jeher bekannt. Von China kam er über Ost- nach Mitteleuropa und ist bei uns heimisch geworden.  Die Engländer entdeckten, dass man die Stiele wie Obst zu Kompott und Saft verarbeiten kann, wenn man etwas Zucker hinzugibt. Rhabarber wird vor allem in Deutschland, den Niederlanden und England angebaut, wobei Deutschland bereits die Hälfte des Gesamtanbaus abdeckt. Du kannst Rhabarber also durchaus regional kaufen, vielleicht ja sogar beim Bauern in Deiner Nähe.

Der Rhabarber und seine Farben

Rhabarber wird in seiner Erntezeit, zwischen April und Juni angeboten. Die Farbe des Stiels und des Fruchtfleisches verrät Dir wie er schmeckt und wofür Du ihn am besten verwendest. Beim Kauf solltest Du auf folgendes achten:

  • Grüner Stiel mit grünem Fruchtfleisch: Besonders sauer. Nur für Marmeladen und Kompott geeignet.
  • Roter Stiel mit grünem Fruchtfleisch: Leicht saurer und herber Geschmack. Gut geeignet für herzhafte Gerichte und Kuchenfüllungen.
  • Roter Stiel und rotes Fruchtfleisch: Das Himbeeraroma ist besonders mild und süß und somit gut für Grütze und Obstsalat geeignet.
  • Hellroter Stiel mit rosa Fruchtfleisch, schmale Stangen: Der Allrounder. Er ist wahrscheinlich im Treibhaus vorgezogen, hat einen mild-säuerlichen Geschmack und ist, deshalb gut für Kompott, Grütze oder auch Kuchen geeignet.

Die Verarbeitung von Rhabarber

Entferne die Blätter des Rhabarbers, wasche und schäle ihn.
In den Blättern ist der Oxalsäuregehalt ungesund hoch. Verwende keine Metallgefäße oder Alufolie denn die Oxalsäure im Rhabarber reagiert mit dem Metall und es können giftige Stoffe entstehen. Wenn Du Rhabarber mit Milchprodukten kombinierst, was durchaus ratsam und schmackhaft ist, entsteht Kalziumoxalat. Es ist zwar nicht ungesund, hinterlässt jedoch schon mal einen unangenehmen stumpfen Film auf den Zähnen. Das Wasser, in dem Du den Rhabarber gekocht haben, auf jeden Fall wegschütten, nicht weiterverwenden oder gar trinken.

Die Inhaltsstoffe und Bekömmlichkeit von Rhabarber

Esse Rhabarber niemals roh, denn roh ist er nicht bekömmlich! Du kannst ihn wunderbar zu Rhabarberkompott, Grütze oder Kuchen verarbeiten. Auch in Kombination mit Beeren oder Äpfeln lässt er sich gut genießen. Wenn Du zu Magen- und Nierenproblemen oder zu Durchfall neigst, solltest Du nicht all zu viel und nur gelegentlich Rhabarber essen. Als Heilpflanze wird er abführend eingesetzt. Neben den Vitaminen A, B und C enthält Rhabarber in erster Linie die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Phosphor und Eisen, sowie Apfel-, Zitronen- und Oxalsäure (auch Kleesäure genannt). Der wichtige Ballaststoff Pektin fördert die Verdauung. Rhabarber ist kalorienarm, auf 100 Gramm kommen 17 Kilokalorien. Er ist ein echter Schlank- und Muntermacher.

Die Grundnährstoffe beim Rhabarber sind 93% Wasser, 4% Kohlenhdrate, 1% Proteine und nur 0,2% Fette.

Die Lagerung

Du solltest die Stangen kurz nach dem Kauf verarbeiten. Möchtest Du Rhabarber einige Tage frisch halten, so schlage ihn am besten, wie den Spargel auch, in ein feuchtes Tuch ein und lagere ihn an einem kühlen Ort. Wenn Du nicht alle Stiele sofort verarbeiten möchtest, kannst Du den Rhabarber auch roh einfrieren und bei Bedarf weiterverarbeiten. Tiefgefroren ist Rhabarber etwa ein Jahr haltbar.

Und hier noch einige Ideen für die Zubereitung:

Rhabarber-Kompott

Das Kompott ist schnell gemacht. Entblättere, wasche und schäle den Rhabarber und schneide ihn in kleine Stücke. In einem Topf mit Wasser Zucker und Zitronensaft zum Kochen bringen. Wenn Du möchtest kannst Du noch weitere Gewürze wie Vanille, Zimt oder auch andere Aromen hinzugeben. In heißem Zustand fülle das Kompott in gut gereinigte Kompott- oder Marmeladegläser. Dann die Gläser zuschrauben und für ein paar Minuten auf den Deckel stellen.

Rhabarber-Marmelade

Bei der Rhabarber-Marmelade ist es ganz ähnlich. Schneide den gewaschenen, entblätterten und geschälten Rhabarber entweder in kleine Würfel, oder gebe ihn in den Zerkleinerer. Die Würfel oder den Brei einfach mit der nötigen Menge Gelierzucker in einem Topf, wie auf der Gelierzuckerpackung beschrieben, zum Köcheln bringen. Verfeinere auch hier Deine Marmelade nach Belieben. Fülle die fertige und heiße Marmelade in die Gläser und stelle sie für ein paar Minuten auf den Kopf.

Rhabarber-Kuchen

Es gibt viele Rezepte, Rhabarberkuchen herzustellen. Am einfachsten ist es, wenn Du einen Tortenboden, oder Obsttortenboden backst und den bereits gekochten und gezuckerten Rhabarber als Belag verwenden. Mit einem klaren Tortenguss darauf wird der Rhabarberbelag fest. Noch eine einfache Variante: Wandele Dein Rezept vom gedeckten Apfelkuchen ab und ersetze die Menge der dabei benötigten Äpfel durch Rhabarber. Schlage Eiweiß mit Zucker steif und bedecke den Kuchen mit der Masse nach der Hälfte der Backzeit. So hast Du einen leckeren gedeckten Rhabarber-Baiser-Kuchen.

Rhabarber-Vanille-Pudding

Ein einfaches und leckeres Dessert. Koche den entblätterten, gewaschenen und geschälten Rhabarber in Zuckerwasser bis er weich ist. Nimm ihn mit der Siebkelle heraus und gib ihn zum Abkühlen in eine Schüssel. Den wie gewohnt gekochten Vanillepudding darüber geben. Ist beides abgekühlt, kannst Du es als leckeres Dessert servieren.

Und wenn Sie Rhabarber selbst anbauen wollen

Wenn Du das Glück hast, einen eigenen Garten zu besitzen, kannst Du die bunten Stängel natürlich auch selber züchten. Rhabarber wird entweder im späten Herbst oder Anfang des neuen Jahres vor dem Frühling an einen halbschattigen Standort gepflanzt. Der Boden sollte am besten durchlässig, nährstoffreich und mit etwas Kompost vermischt sein. Damit der Rhabarber bis zu zehn Jahre reiche Erträge liefert, solltest Du ihn etwa einmal im Jahr düngen und ihn in der Nähe des Kompostes anpflanzen. Die Sorten „Holsteiner Blut“ und „Sutton“ sind für den heimischen Garten zu empfehlen. Im ersten Jahr nachdem Du ihn gesetzt haben, sollte nicht geerntet werden. Die Pflanze ist noch zu klein. Im Jahr darauf kannst Du aber in jedem Fall schon ernten. Erntezeit ist beim Rhabarber von Mitte April bis Ende Juni, wenn sich die Stiele rot färben. Drehe die rotgefärbten Stiele bei der Ernte einfach heraus. Je rotstieliger der Rhabarber ist und je röter das Fruchtfleisch, desto feiner ist sein Aroma. Je grüner der Stiel und je grüner das Fruchtfleisch, desto saurer ist er. Von Juli an braucht die Pflanze die notwendige Regeneration, ernte also ab dieser Zeit besser nicht mehr. Wundere Dich nicht, wenn die Pflanze den Winter über gar nicht zu sehen ist. Rhabarber verschwindet unter die Oberfläche, treibt aber Anfang des Jahres bis zum Frühjahr wieder aus.

Und jetzt viel Spaß und ran an den Rhabarber – verbunden mit gesunder Ernährung und Bewegung eine leckere Abwechslung im April.

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