#stressvermeiden

Fehltage im Unternehmen minimieren!

Auf der Höhe der Zeit: Stressprävention kommt in den Unternehmen an.

30 Millionen Fehltage pro Jahr: Immer mehr Krankmeldungen wegen Stress 

Stress ist inzwischen Fehlzeitentreiber Nr.1 und belastet zunehmend Menschen sowie Unternehmen. Prävention und damit einhergend praktikable Angebote für Mitarbeiter sind gefragt. Doch wie ist das am sinnvollsten umzusetzen?

Dieser Frage gehen wir im Interview mit dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Stressdiagnostik und Prävention in Köln, Daniel Pusch nach.

Arbeitnehmer sind zunehmend wegen Überlastung und Erschöpfung krankgeschrieben. Das geht aus einer Veröffentlichung des Bundesgesundheitsministeriums hervor. Demnach stieg die Zahl der Fehltage von 2012 bis 2016 von 19,97 Millionen auf 30,53 Millionen im Jahr. Besonders stark gestiegen sind demnach die Zahlen bei Belastungs- und Anpassungsstörungen. 2012 fehlten Arbeitnehmer deswegen 10,5 Millionen Tage, 2016 waren es 16,9 Millionen. Diese Zahlen korrelieren mit den Ergebnissen der Fehlzeitenreporten 2017 großer Krankenkassen: Stress ist der Fehlzeitentreiber Nr. 1.

Redaktion:
Warum erkranken Mitarbeiter immer häufiger an Stress?

Daniel Pusch:
Zunächst sollte erwähnt sein, dass Menschen nicht an Stress erkranken, sondern an Dauerstress. Wer zu lange zu intensiv unter Druck steht oder sich selbst unter Druck setzt, der läuft Gefahr zu erkranken.

Redaktion:
Warum können Menschen diesem Druck nicht standhalten? Gab es nicht zu allen Zeiten Druck und hatten unsere Vorfahren nicht immer schon widrigen Situationen zu begegnen?

Daniel Pusch:
Schwere Zeit gab es immer und sicherlich war das Leben in früheren Zeiten härter, aber es war weniger dialektisch und komplex. Zudem war man viel häufiger eingebunden in einen meist großen Familienverbund. Sorgen wie Z.B. eine Fehlernte oder Angriffe durch Feinde waren eher situativ und konkreter. Das Leben war sicherlich nicht schöner. Aber unsere Stresshormon-Achse wusste, was sie zu tun hat. Wann sie in Aktion tritt und wann sie sich beruhigt. Das kann man in heutigen Zeiten nicht mehr behaupten.

Redaktion:
Heißt dass, Stress ist heute eher als früher ein Dauerphänomen?

Daniel Pusch:
Ja. Zwar bedroht uns seltener als früher Gevatter Tod – und das ist zweifelsfrei ein wunderbarer Fortschritt der Zivilisation.

Redaktion:
Jetzt komme das große ABER…?

Daniel Pusch:
Ja, das ABER kommt: Die neuzeitlichen Aspekte wie die selbstbestimmte Lebensgestaltung im Kontext von Karriere, Konkurrenz und Selbstoptimierung
sind für das menschliche Stresssystem schwer zu fassen. Insbesondere auch, weil wir modernen Menschen mit unserer rund 10.000 Jahre alten Stresshormon-Achse plötzlich unsere Entscheidungen frei treffen und plötzlich die Rolle des Kurators unseres Selbst innehaben. Das wiederum macht uns zu Selbstoptimierern. Wir setzen uns unter Druck. Druck von außen – also im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Optimierungsumfeld – kommt hinzu.

Redaktion:
Fällt es Menschen zunehmend schwer abzuschalten?

Daniel Pusch:
Stellen Sie sich vor, es brennt und die Feuerwehr rückt mit 10 Einsatzwagen aus. Nachdem der Brand gelöscht ist, fahren alle wieder in die Leitzentrale. So war es früher und so ist es heute, wenn uns eine sehr ernste Situation unter Stress setzt.
Mit einem kleinen Unterschied: Heute fährt ein Einsatzwagen immer noch durch die Straßen, weil wir nicht wissen, ob es nicht doch irgendwo brennt. Das Leben ist komplexer und schneller geworden. Das kleine rote Feuerwehrauto fragt immer wieder an jeder Straßenkreuzung: Hab ich auch alles richtig gemacht? Hab ich an alles gedacht?

Redaktion:
Was heißt das für die Arbeitswelt? Wie können die Unternehmen ihre Mitarbeiter unterstützen?

Daniel Pusch:
Durch Stressprävention für Mitarbeiter. Wir empfehlen das jedoch nicht mittels Trainingstagen oder Coachings. Das sind in der Regel teure Verlegenheitsmaßnahmen ohne bleibende Wirkung. Der Weg geht am besten über individualisierte Angebote und eine Begleitung bis zum Ziel – also Gelassenheit und Resilienz. Auf eine Diagnose muss ein Report und die sich daraus ableitenden Übungen folgen. Abgestimmt auf jeden Einzelnen. Schließlich sind wir verschieden, so wie unser Stresserleben und –empfinden. Gesundheit ist ein individuelles Thema. Und hier sollte unnötig experimentieren.

Redaktion:
Aber wer soll hunderte, gar tausende Mitarbeiter individuell begleiten?

Daniel Pusch:
Da Heerscharen von ausgebildete Präventionsexperten nicht zur Verfügung stehen, führt der Weg nur über kluge web-basierte Lösungen.

Redaktion:
Firmen stellen Ihren Mitarbeitern also web-basierte Lösungen und diese helfen sich dann selbst?

Daniel Pusch:
Ich sage lieber: sie sorgen so gut für sich selbst. Jeder lässt sich über einen Zeitraum hinweg coachen, damit positive Veränderungen auch greifen und sich nicht im Alltag verlieren. Jeder Mitarbeiter macht dies entlang eines eigenen Profils, seiner individuellen Stressoren und spezifischen Reiz-Reaktionsmuster auf Stress. Was den einen innerlich unruhig macht, lässt den Anderen entspannt bleiben.

Auf eine Stress-Diagnose muss ein Report und die sich daraus ableitenden Übungen folgen.

Jeder hat sein eigenes Loch im Boot, durch das Wasser eindringt und dauerhaft das Rudern immer anstrengender macht, während das Boot langsam sinkt. Daher müssen Angebote bzw. die Übungen per Smartphone oder Hausrechner individuell sein. Entsprechend haben wie die Stresspräventions-APP Nordpol 900 konzipiert.
So eine kleine Reise führt dann in hektischen „Optimierungszeiten“ zu deutlich mehr innerer Ruhe, Gelassenheit und mentaler Stärke. Der äußerst positive Effekt auf die langfristige Gesundheit ist dann sozusagen noch die Kirsche auf dem Kuchen.

Redaktion:
Das kleine rote Feuerwehrauto fährt dann also nicht mehr nervös durch die Straßen.

Daniel Pusch:
So ist es. Es parkt, keine Sirenen sind zu hören, alles ist entspannt.

Lassen Sie sich unverbindlich von uns beraten:

#RausAusDemDauerstress-ReinInsGesundeLeben